Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.

Prediger 3, 1

Was war das für ein schönes Wochenende!

Endlich wurde es noch einmal warm, wir hatten liebe Gäste, wir konnten draußen die Natur genießen und der Grill kam noch einmal zum Einsatz. Das hat so gut getan, nach den kühlen und regnerischen Sommerwochen. „Indian Summer“, der Sommer nach dem Sommer, mit wunderschönem Licht und buntem Herbstlaub, das die nächste Jahreszeit unweigerlich ankündigt.

Manchmal möchte ich die Zeit festhalten, weil sie mir so gut gefällt. Kennen Sie das auch? Aber alles hat seine Zeit – diese Erfahrung gehört zu jedem Leben dazu.

Und so möchte ich mich einlassen auf diese kommenden Jahreszeiten, auf Herbst und Winter. Gedenktage im November, die zur Einkehr einladen, vielleicht auch traurige Gedanken herbeiführen. Aber auch der Ausblick auf Advent und Weihnachten. Ich möchte lernen, in dem Abschnitt zu leben, der gerade dran ist. Die ganze Fülle des Lebens annehmen:
Höhen und Tiefen, Glück und Trauer.

Manchmal macht mir das ganz schön zu schaffen, dass ich diesen Reigen aus Veränderung und Vergänglichkeit nicht unterbrechen kann.

Der Vers aus Prediger 3 hilft mir, meine Verzagtheit zu Gott zu bringen. Gott hat es so bestimmt und hält die Fäden in der Hand, auch die Fäden unseres Lebens. Alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. Deshalb könnten wir eigentlich ganz gelassen sein. Der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch formuliert es so:

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit. Gott nahm in seine Hände meine Zeit. Mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen, mein Triumphieren und Verzagen, das Elend und die Zärtlichkeit“.

Alles, was es im Leben gibt, ist bei Gott aufgehoben. Er trägt uns durch alle Situationen hindurch.

Möge Gott uns diese Leichtigkeit und Gelassenheit schenken.
Das wünsche ich Ihnen und mir!

Jutta Böttcher

(Kopf-Bild: Manuela Kühnert  / pixelio.de)