Andacht zu Johannes 17, 20-26

In der Lutherbibel ist Joh. 17 überschrieben mit dem Titel:

Das hohepriesterliche Gebet

Das ist ein Gebet Jesu, das in drei Teile unterteilt ist:

  • Jesus betet für sich

  • Jesus betet für seine Jünger

  • Jesus betet für die entstehende Gemeinde (20-26)

Jesus sehnt sich nach lebendiger Gemeinde. Und er betet dafür. Er betet dafür, dass Menschen zum Glauben kommen und dass dieser Glaube sie zusammenhält. Daran soll die Welt erkennen, dass Gott den Sohn gesandt hat.

Und die Menschen sollen darin die Liebe Gottes zu den Menschen erkennen. Jesus bittet den Vater, uns mit der gleichen Liebe zu erfüllen, die er ihm, dem Sohn geschenkt hat. Dadurch will er in uns gegenwärtig sein.

Warum war mir gerade dieser Text wichtig?

Ich denke wir stehen momentan als Gemeinde an einem spannenden Punkt.

Wir haben eine turbulente und anstrengende Zeit hinter uns. Endlich konnten wir in das lang ersehnte Gemeindehaus einziehen und wir wünschen uns Freude und Einheit, die nach außen strahlt, damit Menschen dazukommen und Sehnsucht nach Gottes Liebe bekommen.

Und doch merken wir, wie schnell uns diese Einheit abhanden kommt. Dass wir ganz unterschiedliche Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten und deshalb auch ganz unterschiedlichen Bedürfnissen und Wertvorstellungen sind. Das ist herausfordernd. Aber das Gute ist: Wir dürfen so unterschiedlich sein!

Und Jesus weiß, dass das manchmal nicht einfach ist. Deshalb betet er für uns zum Vater. Damit Nebensächlichkeiten nicht zu Hauptsachen werden und wir das Wesentliche aus dem Blick verlieren, nämlich dass Gott uns füllt mit seiner Liebe, damit wir zur Gemeinschaft fähig bleiben.

Ist das nicht tröstlich?

Eure Jutta Böttcher

 

 

(Kopf-Bild: Manuela Kühnert  / pixelio.de)