Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen.“

Matthäus 6, 20

Kennt ihr diese Momente, wenn einen das Glück einfach durchströmt, man vielleicht sogar Gänsehaut hat und einfach nur staunen kann über das wunderbare, was gerade mit einem und um einen herum geschieht? Am letzten Sonntag durfte ich so einen Glücksmoment erleben. Es war der Moment im Gottesdienst, den ich vorbereitet hatte, als wir das Lied „Mit weitem Horizont“ anstimmten. Ich sang die ersten Zeilen und bekam eine Gänsehaut. Wir hatten zuvor auf die Predigt gehört und ich dachte nur, wie wunderbar, Gott, hast du alles zusammengefügt. Danke!

Solche Augenblicke sind Nahrung für unsere Seele, Geschenke Gottes. Sie wärmen sie und füllen sie mit Leben, sie stärken sie und lassen sie die Gegenwart unseres lebendigen Gottes, seines heiligen Geistes, spüren. Sie zeigen uns, Gott ist da – Gott ist für uns. Sie werden zu kostbaren Schätzen in uns und unseren Erinnerungen und lassen unser Vertrauen in Gott wachsen.

Was wir allerdings nicht können, ist, solche Momente herbeizurufen, selber zu machen. Darauf lässt Gott sich nicht ein. Aber wir können uns auf Gott einlassen. Er gebraucht uns Menschen, um seine Geschenke zu verteilen.

Zu beschenken und beschenkt zu werden erlebt natürlich jeder von uns auf seine persönliche Weise. Und oft sind es Kleinigkeiten, die einen solchen Augenblick der Freude in uns hervorrufen, die im Alltag, meist eher im Verborgenen für andere, geschehen. Da ist ein guter Bekannter, der den Fahrradständer am Fahrrad meiner Tochter neu eingestellt hat, damit es sicherer steht. Ein Gemeindemitglied, das auf mich zukommt und mir sein Auto zur Nutzung anbietet. Mein Partner, der in seinem Urlaub mein Auto reparieren wird. Der kinderfreie Nachmittag, den ich meinem Bruder und seiner Frau ermöglichen kann.

Diese Erfahrungen – und ich bin sicher, jeder für sich hat seine eigene wertvolle Schatzkammer voller Erinnerungen – sind Gott-gemacht. Er leitet und führt uns in unseren Gedanken. Er prägt unser Handeln und zeigt uns, wie wir unsere und die Herzen anderer mit Freude erfüllen können. Wir können Gott groß machen und ihn verherrlichen, wenn wir von ihm und seinen Taten erzählen.

In Matthäus 6,19-21 (LUT) heißt es: „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Und ein paar Kapitel weiter (Mt. 16,26): „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“

Es sind nicht die materiellen Dinge, die uns ausmachen. Mitnehmen können wir sie am Ende sowieso nicht. Es sind solche und andere Glücksmomente, die uns erfüllen und die uns lebendig machen, weil sie uns und unseren Seelen gut tun.

Melanie Roderburg

 

(Kopf-Bild: Manuela Kühnert  / pixelio.de)