Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Johannes 6,37

„Schatz, wir müssen los. Hast du alles?“ „Ja.“ tönt die Antwort und wir verlassen das Haus. Doch kaum ist die Tür ins Schloss gefallen, fällt mir etwas ein, was ich vergessen habe. Der Klassiker: meinen Schlüssel. Ich drehe mich herum und gehe zurück zur Wohnung. Kennst du das auch? Die Wohnung verlassen und unmittelbar klingeln oder klopfen, weil etwas vergessen wurde – eine Situation, die mir von beiden Seiten sehr vertraut ist und mich manchmal wirklich nervt. „Wie gut, dass der Kopf angewachsen ist“ wie man so schön sagt.

Und, was ist dieses „alles“ überhaupt? Es ist die Liste, die ich – und vermutlich auch du – in Gedanken durchgehe, bevor ich mich auf den Weg an einen anderen Ort mache. Früher war sie sehr kurz: Hausschlüssel, Portemonnaie. Später gesellte sich das Handy als fester Bestandteil dazu. Inzwischen lautet sie etwa so: Schlüssel, Portemonnaie, Handy, Maske, Immunisierungsnachweis, Getränk und je nach Zielort Ladekabel, Taschentücher, Kugelschreiber, Bibel… Egal wie meine oder deine Liste aussieht, der Ablauf ist wohl meist derselbe: Man beantwortet sich die Fragen „Wohin will ich? Was brauche ich dazu? Habe ich das alles?“ und zieht los. Und damit nicht genug, denn noch einen Schritt vorher wurden die Fragen beantwortet: „Wohin will ich? Was ziehe ich an?“

Ganz schön viel zu beachten, bevor man von zu Hause loswill. An manchen Tagen mehrfach. Kein Wunder, das bei aller Routine häufiger etwas vergessen wird oder durcheinandergerät, in einer Zeit, in der Schnelllebigkeit das Tempo vorgibt und unser Alltag meist sehr voll ist.

Wie wäre es nun, wenn es einen Ort gäbe, den man sofort erreichen kann. Jederzeit, ohne Fragen, ohne Liste – ja, ohne Fortbewegung? Einfach nur mit dem Entschluss ihn jetzt aufzusuchen. Einen Ort, an dem man einfach sein kann. Eine schöne Vorstellung, nicht? Ich höre förmlich wie der ein oder andere sehnsuchtsvoll aufstöhnt – und sich prompt vertraute Fragen melden: „Wo ist dieser Ort? Wo muss ich hin? Was brauche ich dazu? Was ziehe…“ Stopp! All diese Fragen sind überflüssig.

Der Ort, den ich meine, der Ort, an dem du einfach sein kannst, den du jederzeit binnen Sekunden aufsuchen kannst, dieser Ort ist bei Gott.

Gott ist immer für dich da. Du brauchst nur innezuhalten und ihm zu sagen, dass du da bist. Ganz schlicht, ganz einfach. Egal, wo du gerade bist, was du gerade machst und wie du gekleidet bist. Gott sieht dich, dich als Person, dein Herz. Für ihn bist du jederzeit willkommen. Er hat dich wunderbar geschaffen und er liebt dich, genauso wie du bist und mit allem, was dich ausmacht. Vielleicht glaubst du bereits an ihn, dann lass dich daran erinnern, wie kraftspendend und wunderbar es ist, Zeit mit ihm zu verbringen. Vielleicht hörst du gerade zum ersten Mal davon, dass du einfach so zu Gott gehen kannst. Vielleicht denkst du, das geht nicht. Gott kennt mich nicht. Dann sei ermutigt, dich darauf einzulassen, es zu versuchen und dich ihm zuzuwenden. Schließe deine Augen und sprich die Worte „Gott, hier bin ich.“

Denn so, wie der Kopf festgewachsen ist, dass wir ihn nicht vergessen können, so ist auch jedes Herz im Herzen Gottes festgewachsen und niemand von Gott vergessen. Das Versprechen, dass Gott uns durch seinen Sohn Jesus Christus gibt, gilt – auch für dich:

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Johannes 6,37

Ich wünsche dir ein neues Jahr voller schöner Augenblicke und voller Begegnungen mit Gott und anderen Menschen. Sei gesegnet!

Melanie Roderburg

 

 

 

(Kopf-Bild: S.Hofschlaeger  / pixelio.de)