Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“ – Psalm 139,14 (Monatslosung August)

Hand aufs Herz, wenn du diese Worte hörst: was fühlst du?

Diese Worte, genauer der erste Satz, wird gerne Menschen zugesprochen, um ihnen zu sagen, dass sie von Gott wunderbar gemacht sind – und das hat Gott, jeden einzelnen von uns, daran besteht kein Zweifel. Es ist eine liebevolle Zusage und Geste, durch die man sich durchaus beschenkt fühlen darf. Sie ist ja absolut wahr.

Liest man den Vers allerdings mal ganz bewusst und im Ganzen, stellt man fest, dass die Worte gar nicht aus der Perspektive Gottes an uns gerichtet sind, sondern dass David aus seiner persönlichen Perspektive spricht. Er, der Psalmist, huldigt Gott dafür, dass er von Gott wunderbar gemacht wurde. „Das erkennt meine Seele.“ heißt es im zweiten Satz. Ein Vers, der in einem Psalm voller Lob für Gott und seine Allmacht eingebettet ist.

Zurück zu meiner eingangsstellten Frage, ich formuliere sie einmal anders, herausfordernder: Erkennst du, dass du von Gott wunderbar gemacht bist? Jeder wird hier seine persönliche Antwort haben und ich wünsche jedem, dass sie mit einem warmen Gefühl verbunden und wohlwollend ist. Ich kann diese Frage heute mit Ja beantworten. Ja, weil ich weiß, dass Gott es gut mit mir meint, dass er mich bedingungslos liebt, dass er mich und mein Leben mit Segen füllt. Zu dieser Antwort zu kommen war und ist ein Weg mit Stolpersteinen, die sicherlich in Zukunft auch hier und da noch auftauchen werden. Denn, spüre ich den Worten weiter nach, bemerke ich, wie sich leise Zweifel anschleichen und Raum in mir suchen. Bin ich denn wirklich wunderbar? Ich meine, finde ich mich toll? Oder gibt es da nicht das ein oder andere, dass ich gerne anders hätte? Auf Anhieb fallen mir gleich zwei Eigenschaften ein, die ich an mir nicht so gerne habe, und auch Äußerlichkeiten, mit denen ich nicht so zufrieden bin. Ich bin gar nicht in jeder Hinsicht so, wie ich nach meinen Vorstellungen gerne wäre. Geht es dir ähnlich?

Der Irrtum, der sich hier auftut ist, dass ich „nach meinen Vorstellungen“ definiere, was gut ist und was nicht. Gottes Vorstellung von wunderbar und perfekt ist aber alles andere als das, was wir Menschen uns unter diesen Begriffen oft vorstellen und zu Zweifeln an uns selbst führt oder einem Gefühl irgendwie unzureichend zu sein. „Denn Gott ist Liebe.“ (1. Joh. 4,8). Gott hat uns in aller Vielfältigkeit und Unvollkommenheit nach seinem Ebenbild geschaffen, das Lesen wir gleich zu Beginn in der Schöpfungsgeschichte (1.Mose 1,27). Für Ihn sind wir perfekt – genauso wie wir sind. Dazu gehören ebenso Charaktereigenschaften, die wir an uns nicht mögen, wie auch als Makel empfundene Äußerlichkeiten.

Gott schaut uns liebevoll an. Er hat alles, was wir sind, in uns hineingelegt und erfreut sich an uns, wenn wir uns und unsere Schätze entdecken.

Deshalb möchte ich dir Mut machen. Schiebe die Zweifel zur Seite und schaue in den Spiegel. Öffne dein Herz und nimm bewusst für dich an, was deine Seele längst erkannt hat:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;

wunderbar sind deine Werke;

das erkennt meine Seele.“

Liebe Grüße und Gott mit euch!

Melanie Roderburg

 

 

(Kopf-Bild: S.Hofschlaeger  / pixelio.de)

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